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Sponsoren – Unterstützung für die nächste Trekkingtour

Es ist ein verlockender Gedanke.

Man geht auf Tour und bekommt Geld und/oder Ausrüstung dafür. Natürlich kostenlos und im Gegenzug macht man ein paar Fotos und erwähnt den Sponsor auf seiner Webseite. Kann ja nicht so schwer sein. Gerade wenn man eine längere Tour macht, muss sowas doch funktionieren, oder?!

Golite

Und so findet man in einschlägigen Foren immer wieder die Frage wie man Sponsoren findet. Das eigene Budget sei knapp und ohne Ausrüstungssponsoring könne man die Tour gar nicht finanzieren.

Aufwachen! So funktioniert das nicht!

Ich bemühe mich seit 2004 immer mal wieder um Ausrüstungssponsoring für meine Touren. Dabei handelte es sich in der Vergangenheit um monatelange Touren in den USA. Mit anderen Worten also um Touren, die vielleicht so nicht jeder läuft. Doch selbst der Appalachian Trail oder der Pacific Crest Trail sind für viele viele Hersteller nicht extrem oder aufmerksamkeitserregend genug, um als sponsoringwürdig eingestuft zu werden.

Selbst mit Webseite, zugeschicktem Infomaterial und Flyer war es schwer bis unmöglich Sponsoren zu finden. Telefonanrufe, persönliches Erscheinen an den Messe-Ständen der Hersteller und andere Kontaktaufnahmen blieben oft wenig erfolgreich.

Natürlich verliefen nicht alle Sponsoringanfragen so. Es gab auch sehr erfreuliche Gespräche in denen mir kostenlose Ausrüstung quasi nach den ersten 30 Sekunden Telefongespräch angeboten wurde. Alles in allem bleibt die Suche nach Sponsoren allerdings schwer.

Wie kommt man trotzdem an einen Sponsor?

Generell sollte man die Planung seiner Tour nicht von Sponsoren abhängig machen. Wenn ich so knapp bei Kasse bin, dass ich die Tour nur durchführen kann, wenn etliche Materialsponsoren mir Ausrüstung stellen, dann wird das nichts. Das führt nur dazu, dass ich nehme, was ich kriegen kann und ich gar nicht hinter dem Hersteller stehe, sondern mich nur über kostenlose Ausrüstung freue. Authentizität ist das A und O. Der Hersteller sollte ausrüstungstechnisch so gut zu einem passen, dass ich seine Produkte auch ohne Sponsoring für die Tour kaufen würde.

Wer etwas möchte, sollte auch etwas geben können.

Mit anderen Worten sollte man sich darüber Gedanken machen, was man dem potentiellen Sponsor anbieten kann. Und das unterbreitete Angebot sollte für den Sponsor auch attraktiv sein.  Sponsoren möchten nicht das Gefühl haben, dass man halt schnell was von Ihnen nimmt und die Unterstützung dann nach der Tour vergißt. Ausrüstungsfeedback geben, Fotos schicken, Reisebericht mit schönen Bildern veröffentlichen, die auch die Ausrüstung zeigen etc. sind nur wenige von den Dingen, die Sponsoren gerne haben. Man sollte auch über die unmittelbare Tour hinausdenken. Erfolgreiche Sponsorenbeziehungen ziehen sich nicht über eine Tour, sondern über Jahre und werden oft mit der Zeit besser, weil beide Seiten gelernt haben, was Sie von der anderen Seite haben.

Was tun, wenn man eine Absage erhält ?

Es gibt vielerlei Gründe warum man eine Absage erhalten kann, wenn man einen potentiellen Sponsor anspricht. Aus Sponsorensicht paßt man nicht zur Marke, das Budget für das Jahr ist schon ausgeschöpft, der Hersteller sponsort generell nicht oder nur Profis, die Chemie zwischen Sponsoringsucher und potentiellem Sponsor paßt nicht und viele mehr.

Egal wie der Grund auch aussehen mag. So wie man beim Trampen nicht erwarten kann vom ersten Auto mitgenommen zu werden, darf man auch nicht erwarteb, dass einem jeder Hersteller vor Freude an den Hals springt. Man hat kein Recht auf Sponsoring und sollte man eine Absage erhalten, sollte sich die positive Einstellung zu dem Hersteller nicht ändern. Schliesslich findet man den Hersteller ja nicht gut, weil er einen sponsort, sondern weil die Produkte zur eigenen Ausrüstungsphilosophie passen.

Meine Sponsoren

In den vergangenen Jahren konnte ich immer wieder auch Hersteller davon überzeugen meine Touren zu unterstützen. Die längsten und positivsten Erfahrungen habe ich hierbei mit Euroschirm und Golite gemacht.
Während Euroschirm mir für beide Pacific Crest Trail Wanderungen die für Südkalifornien so wichtigen Schirme gesponsort hat, ist mein Sponsorenverhältnis bei Golite seit 2005 von ersten Ermässigungen auf umfangreiche Ausrüstungsunterstützung meine Touren und Ultraleichtkurse gewachsen.
Waren es bei Golite zu Beginn noch eher geschäftlich wirkende Dialoge, sind es heute eher Gespräche darüber, was man gemeinsam in der Zukunft Tolles machen kann. Aus Unbekannten, die sich hinter Emailadressen und Telefonnummern verbergen, wurden Menschen, die man auch mal so anruft, wenn gerade keine Tour ansteht.



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Comments

  1. Jens Oktober 10, 2010

    Guter Artikel zum Thema Sponsoring! Habe eine Frage, die sich mir beim lesen gestellt hat: Wieso braucht man für die Pacific Crest Trail Wanderung unbedingt Schirme? Hoffe, es ist keine blöde Frage, habe mich aber mit dem Thema noch nie beschäftigt. Würde mich einfach nur mal interessieren…

  2. admin Oktober 11, 2010

    Hi Jens,

    zu Beginn des Pacific Crest Trailläuft man in Südkalifornien ca 1000km in wüstenähnlichem Gebiet. Kein Schatten, dafür viel Sonne und heiß. Entweder macht man mittags Siesta oder spannt seinen Schirm auf und läuft :-)

    CU

    Carsten

  3. Michael Oktober 15, 2010

    Hallo Carsten und alle Leser von Fastpacking!
    Ein schöner Artikel zum Thema Sponsoring. Ich kann das gut nachempfinden. Allerdings sitze ich auch auf der anderen Seite und kann/muss sagen, dass so manche „Anfragen“ z.B. an uns als Sponsor schon sehr, sehr frech sind. Da stimmen Forderungen mit den zu erbringenden Leistungen des Gesponserten nicht im Entferntesten überein.

    Und Sponsoring sollte ja eine win/win Situation schaffen.

    Mein Tipp an dieser Stelle, bietet den Unternehmen etwas (Carsten hatte es schon erwähnt). Es muss (grad bei kleineren Unternehmen) nicht immer die Superlative sein. So bei uns.

    Vielleicht kann ich in diesem Zusammenhang mal einen Aufruf starten, wir, also der OutdoorFoodShop sind immer auf der Suche nach motivierten Bloggern die Lust haben Outdoornahrung zu testen. Die Mehrheit der zu testenden Produkte wird von den Blog-Betreibern selbst ausgesucht. Dazu gibt es einen satten Rabatt bei Eigenbedarf (wenn gewünscht). Die Test-Mengen werden zum Start eher klein gehalten, es lassen sich jedoch Tages- und Kurztripps schon damit durchführen.

    Von mehrmonatigen Vollverpflegung-Sponsorings sind auch wir leider noch weit entfernt, da sind die Hersteller unser Produkte eher die richtigen Ansprechpartner. Als „Gegenleistung“ erwarten wir einen zeitnahen Testbericht pro Produkt. Dieser sollte konstruktiv und sachlich gehalten sein. Natürlich darf gesagt werden, wenn etwas nicht schmeckt. Die Tester sollten dem Thema der gefriergetrockneten Outdoornahrung ggü. aufgeschlossen sein.

    Eine Kurzbewerbung kann an info@outdoorfoodshop.de geschickt werden. Natürlich interessieren uns Angaben zu Online-Reputation und Besucherzahlen. Aber nicht böse sein, wenn es nicht klappt, wir können natürlich nicht jeden Blog ausstatten und achten tatsächlich sehr auf die Machart und Schreibstile bereits gebloggter Tests und Berichte. Freue mich auf Bewerbungen engagierter Outdoor-Blogger und stehe natürlich auch für Fragen zur Verfügung.

    Beste Grüße, Michael

  4. Jens Oktober 15, 2010

    Hi Carsten, danke für die Erklärung. Wieder etwas dazu gelernt – danke! VG Jens

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