Die Zugriffszahlen auf meine Webseite nach der Dokumentation zeigen ein deutliches Bild. Es gibt genug Menschen in Deutschland, die sich für interessante Weitwanderungen interessieren.

Appalachian Trail Schild
Der Appalachian Trail, das hat auch die 3Sat-Dokumentation deutlich gezeigt, lebt nicht allein von der Erfahrung draussen in der Wildnis zu sein, sondern auch und in großem Umfang vom Zusammenkommen unterschiedlichster Hiker auf dem Trail. Ob Banker oder Student, ob alt oder jung, man trifft so ziemlich alles auf dem Appalachian Trail an, was es so gibt. Selbst wenn man also alleine auf diesem Weg startet, bleibt man nicht lange alleine.

Thruhiker auf dem Appalachian Trail
Dem Appalachian Trail fehlt der religiöse Anspruch, den z.B. der Jakobsweg hat, dafür hat er aber den selben Reiz, der durch ein Erlebnis entsteht, das man mit anderen teilt. Der Appalachian Trail ist dabei bei weitem nicht so überlaufen wie der Jakobsweg und bietet deutlich mehr Naturerfahrung als der Camino.
Der AT wie der Trail in Kurzform genannt wird, ist in den USA der Einstiegstrail, wenn es ums Weitwandern bzw. Thru-Hiking geht. Er ist vom Gelände her nicht einfach, liegt aber immer in Reichweite zivilisierter Gegenden. Somit müssen nie für viele Tage Lebensmittel getragen werden und bei Bedarf kann Ausrüstung in Ortschaften nachgekauft werden.
Logistisch gesehen ist das ein Vorteil, weil man sich weniger Gedanken um die Organisation machen muss und dafür die Wildnis genießen kann.
Was der 3-Sat-Dokumentation ein bisschen fehlt, die man übrigens online hier nochmal ansehen kann (
Appalachian Trail Dokumentation auf der NDR-Webseite), ist der eigentliche Hinweis auf die Besonderheiten bei der Ausrüstung. Sherpa Dan wird zwar als warnendes Beispiel zu schwerer Ausrüstung gezeigt, allerdings sieht man nie so wirklich was und wieviel die normalen ultraleichten Hiker dabei haben.
Neben einem Rucksack, der nicht über 1 Kilo liegen sollte (besser um die 600 Gramm) ist das Zelt der vielleicht speziellste Ausrüstungsgegenstand auf dem AT. Der Trail ist mit Schutzhütten gespickt, die alle 15-20km auftauchen und somit verkommt das Zelt zur Notlösung sollte mal kein Shelter da sein.

- Shelter auf dem Appalachian Trail in New York State
Shelter sind die zentrale soziale Begegnungsstätte wo sich Hiker treffen, um zu übernachten, zu kochen und Infos auszutauschen. Kaum jemand läuft an Ihnen vorbei, um irgendwo im Wald alleine für sich zu übernachten. Somit ist klar, dass man zwar für den Notfall ein “Zelt” braucht, dieses aber sehr leicht sein sollte.
Der perfekte Zeltersatz für diesen Einsatzbereich, so schreibt es auch der US-amerikanische Weitwanderer Eric the Black, ist ein Trap in Verbindung mit einem Moskitonetz, dass ich dann z.B. auch in einem Shelter aufspannen kann.
Alles in allem sollte der Rucksack auf dem Appalachian Trail ohne Lebensmittel und Wasser nicht mehr als 7-8 Kilo wiegen. Wenn Sie sich jetzt fragen wie das gehn soll, dann melden Sie sich gerne bei mir und fordern eine exemplarische Appalachian Trail Packliste an.
Bis bald
Euer Carsten
P.S. Für alle, die den Beitrag bei 3-Sat verpaßt haben…der NDR hat den Beitrag in seiner Mediathek. Einfach den in der Suchbox
“Appalachian Trail” eingeben und die beiden Teile werden angezeigt.