Feb
24
2010
11

Appalachian Trail – Weitwandern für Einsteiger

Die Zugriffszahlen auf meine Webseite nach der Dokumentation zeigen ein deutliches Bild. Es gibt genug Menschen in Deutschland, die sich für interessante Weitwanderungen interessieren.
Appalachian Trail Schild

Appalachian Trail Schild

Der Appalachian Trail, das hat auch die 3Sat-Dokumentation deutlich gezeigt, lebt nicht allein von der Erfahrung draussen in der Wildnis zu sein, sondern auch und in großem Umfang vom Zusammenkommen unterschiedlichster Hiker auf dem Trail.  Ob Banker oder Student, ob alt oder jung, man trifft so ziemlich alles auf dem Appalachian Trail an, was es so gibt. Selbst wenn man also alleine auf diesem Weg startet, bleibt man nicht lange alleine.
Thruhiker auf dem Appalachian Trail

Thruhiker auf dem Appalachian Trail

Dem Appalachian Trail fehlt der religiöse Anspruch, den z.B. der Jakobsweg hat, dafür hat er aber den selben Reiz, der durch ein Erlebnis entsteht, das man mit anderen teilt. Der Appalachian Trail ist dabei bei weitem nicht so überlaufen wie der Jakobsweg und bietet deutlich mehr Naturerfahrung als der Camino.

Der AT wie der Trail in Kurzform genannt wird, ist in den USA der Einstiegstrail, wenn es ums Weitwandern bzw. Thru-Hiking geht. Er ist vom Gelände her nicht einfach, liegt aber immer in Reichweite zivilisierter Gegenden. Somit müssen nie für viele Tage Lebensmittel getragen werden und bei Bedarf kann Ausrüstung in Ortschaften nachgekauft werden.

Logistisch gesehen ist das ein Vorteil, weil man sich weniger Gedanken um die Organisation machen muss und dafür die Wildnis genießen kann.

Was der 3-Sat-Dokumentation ein bisschen fehlt, die man übrigens online hier nochmal ansehen kann ( Appalachian Trail Dokumentation auf der NDR-Webseite), ist der eigentliche Hinweis auf die Besonderheiten bei der Ausrüstung. Sherpa Dan wird zwar als warnendes Beispiel zu schwerer Ausrüstung gezeigt, allerdings sieht man nie so wirklich was und wieviel die normalen ultraleichten Hiker dabei haben.

Ich habe für das Magazin “Stadt-Land-Flucht” einen Einführungsartikel zum Thema Leichte Ausrüstung verfaßt und möchte heute auf ein paar Eigenheiten des Appalachian Trails eingehen.

Neben einem Rucksack, der nicht über 1 Kilo liegen sollte (besser um die 600 Gramm) ist das Zelt der vielleicht speziellste Ausrüstungsgegenstand auf dem AT. Der Trail ist mit Schutzhütten gespickt, die alle 15-20km auftauchen und somit verkommt das Zelt zur Notlösung sollte mal kein Shelter da sein.

Shelter auf dem Appalachian Trail in New York State

Shelter auf dem Appalachian Trail in New York State
Shelter sind die zentrale soziale Begegnungsstätte wo sich Hiker treffen, um zu übernachten, zu kochen und Infos auszutauschen. Kaum jemand läuft an Ihnen vorbei, um irgendwo im Wald alleine für sich zu übernachten. Somit ist klar, dass man zwar für den Notfall ein “Zelt” braucht, dieses aber sehr leicht sein sollte.

Der perfekte Zeltersatz für diesen Einsatzbereich, so schreibt es auch der US-amerikanische Weitwanderer Eric the Black, ist ein Trap in Verbindung mit einem Moskitonetz, dass ich dann z.B. auch in einem Shelter aufspannen kann.

Alles in allem sollte der Rucksack auf dem Appalachian Trail ohne Lebensmittel und Wasser nicht mehr als 7-8 Kilo wiegen. Wenn Sie sich jetzt fragen wie das gehn soll, dann melden Sie sich gerne bei mir und fordern eine exemplarische Appalachian Trail Packliste an.

Bis bald

Euer Carsten

P.S. Für alle, die den Beitrag bei 3-Sat verpaßt haben…der NDR hat den Beitrag in seiner Mediathek. Einfach den in der Suchbox

“Appalachian Trail” eingeben und die beiden Teile werden angezeigt.
Written by admin in: Allgemeines |
Feb
22
2010
4

Appalachian Trail bei 3Sat

Am Montag den 22.02. und Dienstag den 23.02. gibts bei 3Sat eine sehenswerte Dokumentation zum Appalachian Trail im Fernsehen.

Appalachian Trail McAfee Knob

Carsten am McAfee Knob

Ich bin den Trail 2004 gelaufen und der Film brachte viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse an die Oberfläche.

Der Film macht Lust auf den Trail und fängt die sozialen Komponenten wie Freundschaften auf dem Trail etc. sehr gut auf und ich selber bin seit 2004 mit vielen Weitwanderern in Kontakt. Mit einem bin ich 2004 sogar ein paar hundert Meilen zusammengelaufen, um ihn dann 2008 auf dem Pacific Crest Trail wiederzutreffen und dort 2000km zusammen mit ihm zu laufen. In sehr kurzer Zeit lernt man auf einem Trail Leute besser kennen als im “normalen” Leben, weil man einfacher unterwegs ist und schneller zu den Dingen kommt, die wichtig sind.

Der Appalachian Trail war mein Start in die ultraleichte Ausrüstungswelt. nach etwas Recherche war mir klar, dass die konventionellen Trekkingrucksäcke mit 20-25 Kilo wohl auf dem Appalachian Trail nicht angebracht sind. Schliesslich waren alle anderen mit weniger unterwegs.

14kg Rucksack - noch zu schwer

14kg Rucksack - noch zu schwer

Ich startete mit 14 Kilo und dachte alles richtig gemacht zu haben. Gegen Ende des Trails war mit bewusst, dass mehr als 7-8 Kilo Startgewicht immer zuviel sind und das leichtere Ausrüstung, die ich mir für die nächsten Trail zulegen würde den Belastungen eines solch langen Trails problemlos standhalten würden.

Auf Fastpacking.de und hier im Blog gibts eine Menge Tipps und Ausrüstungshinweise, um das Gewicht seiner Ausrüstungt zu optimieren. Aus den Zuschriften und Anfragen zum Appalachian Trail habe ich eine kleine Frage/Antwort-Sammlung erstellt, die auf wichtige Dinge für die Planung einer Appalachian Trail Durchwanderung eingeht.

Schaut mal rein und schickt mir gerne eine Email oder hinterlasst einen Kommentar.

Euer Carsten

Written by admin in: Allgemeines |
Feb
06
2010
3

Snow Peak Titanium Single Cup 600 – Ultraleichte Töpfe und Tassen

Es gibt so einige Materialien, die das Herz eines jeden Trekkers höherschlagen lassen, wenn es um Gewichtsreduzierung bei der eigenen Ausrüstung geht. Ob Ultraleicht- oder Schwergewichtstrekker, ein Material findet sich doch recht häufig in den Rucksäcken wieder. Titan!

Ultraleichte Titantöpfe bei Fastpacking.de

Ultraleichte Titantöpfe bei Fastpacking.de

Und zwar immer dann, wenn es um den kulinarischen Teil der Reise geht. Bei Besteck, Kocher und vor allem Töpfen und Tassen ist das leichte Metall stark verbreitet. Zwar sind die wärmeleitenden Eigenschaften von Titan nicht so gut wie bei Edelstahl oder Aluminium, dafür ist das Material aber in dünneren Wandstärken verarbeitbar und damit leicht. Aluminium ist zwar auch sehr leicht, verkratzt aber gerade ohne aufwendige Beschichtungen schnell und wird – ob das wirklich zutrifft oder nicht – immer wieder mit Alzheimer in Verbindung gebracht.

Ich koche seit 2004 mit Titan und bin auch im Topfbereich den ganz normalen Weg gegangen. Zuerst war ich stolzer Besitzer eines 2 Liter MSR Edelstahltopfes. Ganz schön schwer und groß. Für meinen 2004er Thruhike auf dem Appalachian Trail musste dann zur Gewichtsreduzierung ein Titantopf her. Mit 1,3 Liter gabs bei Globetrotter einen Titantopf von Tatonka für um die 40 Euro in den Hot Offers. 2006 habe ich den selben Topf dann auf dem PCT für 2 Leute benutzt. 2008 gabs dann einen noch kleineren Topf für 1 Person von Ti-Time und heute habe ich das geliefert bekommen, was sich bei vielen Ultraleichthikern eingebürgert hat, die 600ml Snow-Peak-Titantasse.

Wie die Thermarest Neo Air ist auch die Snow Peak Tasse mit 600ml ein Produkt um das man auf kurz oder lang nicht herumkommt, wenn man leichter unterwegs sein möchte. Alle anderen Lösungen, die noch leichter sind gehören oft zur Gattung der Produkte, die letztlich nur noch von Freaks genutzt werden, die extreme Lösungen suchen. So gibt es die Snow Peak Tasse auch mit 450ml Volumen, was dem ein oder anderen Solo-Hiker auch reichen kann. Ebenso gibt es Kochersysteme, die als “Topf” eine ganz spezielle und zur Zeit nur in den USA erhältliche Heineken-Bier-Dose verwenden.

Ich hab kurz mal meinen Ausrüstungsschrank aufgemacht und zeig Euch meine verschiedenen Titantöofe :-)

Snow Peak und andere leichte Titantöpfe

Snow Peak und andere leichte Titantöpfe

Auf den ersten Blick mag es verwunderlich sein, daß alle 3 Töpfe von mir ohne Topfdeckel gewogen wurden. Solange die Topfdeckel nicht auch noch als Pfännchen nutzbar sind und sowas auch gewünscht ist, stellt man sich gewichtstechnisch mit einer gefalteten Alufolie besser.

Ich hab nachgewogen. Der Topfdeckel für den Tatonka-Topf kommt auf stolze 46 Gramm, der von Ti-Time auf 22 Gramm. Mit 6 Gramm ist die Alufolie da einfach besser.

Die kleinen Topfgrößen mögen für normale Trekker unpraktikabel wirken, ich bin selber mit einem 500ml Topf, die ganzen 4200km auf dem Pacific Crest Trail klargekommen. Wer es noch nicht kennt…hier kommt das zugehörige Video :-)

Ich selber bin noch kein toller Koch, wenn ich auf Trails unterwegs bin, allerdings gibts es eine Menge interessanter Webseiten, die sich genau mit sowas beschäftigen. Heute waren also leichte Töpfe Thema meines Blogs, morgen geht es auf die ISPO in München.

Dort werden Neuheiten für den nächsten Winter vorgestellt. Ein paar interessante Dinge konnte man schon vorab bei Gearjunkie.com ansehen, der im Januar auf der Winter Outdoor Retailer in den USA unterwegs war. Highlights bei ihm der Patagonia Micro Puff Hoodie und eine sensationell leichte Rab-Daunenjacke. Schauts Euch an.

Written by admin in: Allgemeines |
Sidead Sidead

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